{"id":603753,"date":"2019-02-15T16:23:52","date_gmt":"2019-02-15T15:23:52","guid":{"rendered":"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/?p=603753"},"modified":"2019-02-15T16:23:52","modified_gmt":"2019-02-15T15:23:52","slug":"die-altenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/?p=603753","title":{"rendered":"Die Altenburg"},"content":{"rendered":"<p>Die arch\u00e4ologische Erforschung eines pr\u00e4historischen Ringwalls<br \/>\n<a href=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/geo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-147 size-full alignright\" src=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/geo.jpg\" alt=\"geo\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/geo.jpg 180w, https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/geo-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Herbst 2008 wurde der Ringwall &#8222;Altenburg&#8220; auf den Gemarkungen der Gemeinde Leidersbach und des Marktes Sulzbach a. Main untersucht. Die Ma\u00dfnahme war ein Gemeinschaftsprojekt der Heimat- und Geschichtsvereine von Leidersbach und Sulzbach, der Gemeinde Leidersbach, des Marktes Sulzbach und des Arch\u00e4ologischen Spessartprojektes. Eine ma\u00dfgebliche F\u00f6rderung erfolgte durch den Bezirk Unterfranken. Die Anlage ist seit dem 19. Jahrhundert Schauplatz f\u00fcr verschiedenste Sch\u00fcrfungen. Anfangs baute man dort hochwertigen Sandstein ab. Auf dem gesamten Plateau und auch in die noch bis zu zehn Meter hohen H\u00e4nge der umschlie\u00dfenden Ringw\u00e4lle wurden gro\u00dfe L\u00f6cher gegraben. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts &#8222;gruben&#8220; hier Sch\u00fcler eines benachbarten Landschulheims. Bis zu ihrem Abzug in den 90er Jahren veranstalteten die Alliierten rund um die Altenburg regelm\u00e4\u00dfig Man\u00f6ver. Zahlreiche Sch\u00fctzengr\u00e4ben wurden angelegt; Plateaus wurden mit Planierraupen geschoben. Heute findet man auf dem etwa 50.000 m\u00b2 gro\u00dfen Areal, auf dem bis auf die m\u00e4chtigen Ringw\u00e4lle wirklich alles zuoberst gekehrt wurde, gelegentlich W\u00fchll\u00f6cher von Sondeng\u00e4ngern. Vor allem aber fallen die tiefgreifenden Durchw\u00fchlungen von Wildschweinen ins Auge.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/grabung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-148 alignleft\" src=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/grabung.jpg\" alt=\"grabung\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/grabung.jpg 180w, https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/grabung-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Man war vor Beginn der Grabungen davon ausgegangen, dass die in pr\u00e4historischer Zeit errichtete Altenburg auch noch im Mittelalter besiedelt war. Inzwischen wei\u00df man, dass die Anlage im Inneren eine kaum mehr vorhandene Kulturschicht aufweist, die nur etwa zehn Zentimeter unter die heutige Waldkante reicht. Die bekannte Benutzungszeit der H\u00f6henburg spiegelt sich in den Funden wider. Bis auf ein Keramikfragment und eine eiserne Fibel ist die Michelsberger Kultur \u00fcberrepr\u00e4sentiert. Steinklingen, Abschl\u00e4ge, die Reste eines geschliffenen Beils sowie stark zerscherbte&nbsp;Trink- und Vorratsgef\u00e4\u00dfe. Die Entdeckung einer so gro\u00dfen michelsbergzeitlichen Anlage, die am \u00dcbergang von der Stein- zur Kupferzeit errichtet wurde und deren umlaufender Wall mehr als einen Kilometer lang ist, ver\u00e4ndert grundlegend die bisherigen Vorstellungen der Landnahme am westlichen Spessartrand. Bei den Grabungen 2008 wurde deutlich, dass zumindest der innere Wall sp\u00e4ter, m\u00f6glicherweise in der Eisenzeit, mit einer Pfostenschlitzmauer versehen wurde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/mauerrest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-119 alignright\" src=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/mauerrest.jpg\" alt=\"mauerrest\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/mauerrest.jpg 180w, https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/mauerrest-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Seit Oktober 2009 wissen wir definitiv, dass die Altenburg nicht nur in der <strong><em>Michelsberger Zeit (ca. 4.000 v. Chr.)<\/em><\/strong> besiedelt war. Der <strong><em>innere Wall<\/em><\/strong> wurde in sp\u00e4terer Zeit nochmals aufgesch\u00fcttet&nbsp; und ausgebaut. Diese <strong><em>Stein-Holz-Konstruktion einer Pfostenschlitzmauer <\/em><\/strong>wurde <strong><em>ca. 500 v. Chr. <\/em><\/strong>errichtet. Die Anlage der Altenburg ist also \u00e4lter als die R\u00f6merzeit in unserer Region. <strong><em>Holzkohlefunde<\/em><\/strong>im Wall wurden mit neuesten wissenschaftlichen Methoden untersucht. Das Ergebnis belegt, dass diese Holzkohle aus der <strong><em>Zeit um 450 v. Chr<\/em><\/strong>. datiert. Diese Zeit des Ausbaus f\u00e4llt in die sog. <strong><em>Hallstattzeit ( ca 800 \u2013 400 v. Chr.), <\/em><\/strong>in der bereits Salz abgebaut worden ist. Das Salz war ein wichtiger Konservierungsstoff f\u00fcr Fleisch und Fisch und&nbsp;wurde \u00fcber weite Wegstrecken gehandelt. Bez\u00fcge zwischen der keltischen Besiedlung der Altenburg und der an deren Fu\u00dfe gelegenen Saline von Soden liegen mangels von Untersuchungen dieser Salzquelle noch nicht vor und lassen sich derzeit noch nicht nachweisen. Gesichert ist aber, dass die Kelten auch in unserer Region den Wert des Salzes kannten und nutzten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/valentin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-121 alignleft\" src=\"http:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/valentin.jpg\" alt=\"valentin\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/valentin.jpg 180w, https:\/\/geschichte.leidersbach.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/valentin-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Ebenfalls kannten die Kelten bereits den Rohstoff Eisen. Salz und Eisen bildeten die Grundlage des Reichtums dieses Volkes, zu dessen Schutz die Kelten Anlagen wie die Altenburg in ganz S\u00fcddeutschland errichteten. Sie wendeten g\u00e4ngige Baumethoden an, indem&nbsp;Steine in einem Ger\u00fcst aus Holzbalken lose aufgeschichtet wurden und dar\u00fcber&nbsp;hat sich eine h\u00f6lzerne Br\u00fcstung erhoben. \u00dcber lange Zeit d\u00fcrfte das Konzept der Verteidigungsanlage aufgegangen sein. Die gefundene Holzkohle im Wall belegt jedoch, dass durch ein Schadenfeuer die Anlage um 450 v. Chr. zerst\u00f6rt worden ist. Leider wurde durch Entnahme des begehrten Sandsteins&nbsp; die alte Anlage teils zerst\u00f6rt. Doch reichen die Funde aus, die Geschichte der Altenburg noch genauer zu belegen.<\/p>\n<p>Die zumindest zeitweiligen Bewohner der Altenburg&nbsp; d\u00fcrften vorwiegend von der Landwirtschaft gelebt haben. Sie konnten sich kaum den Reichtum der Kulturv\u00f6lker des Mittelmeers leisten.&nbsp;Ihre Lebenserwartung lag bei 30&nbsp;bis 40 Jahren. Die M\u00e4nner waren im Schnitt ca 1,70 m, die Frauen ca 1,60 m gro\u00df.<\/p>\n<p><strong><em>Gute Versorgung der Bev\u00f6lkerung in Kombination mit einer uneinnehmbaren Fluchtburg.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber lange Zeit d\u00fcrfte das Konzept der Verteidigungsanlage aufgegangen sein. Die gefundene Holzkohle im Wall belegt jedoch, dass durch ein Schadenfeuer die Anlage um 450 v. Chr. zerst\u00f6rt worden ist.<br \/>\nLeider wurde durch Entnahme des begehrten Sandsteins&nbsp; die alte Anlage teils zerst\u00f6rt. Doch reichen die Funde aus, die Geschichte der Altenburg noch genauer zu belegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die arch\u00e4ologische Erforschung eines pr\u00e4historischen Ringwalls Im Herbst 2008 wurde der Ringwall &#8222;Altenburg&#8220; auf den Gemarkungen der Gemeinde Leidersbach und des Marktes Sulzbach a. 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